Montag, 1. November 2021

Gitarrenworkshop - ein neuer Sattel für Lucy

Nachdem der billige Plastiksattel, den ich seinerzeit (in Ermangelung einer besseren Lösung) von einer Spielzeuggitarre abgebaut und auf das Griffbrett meiner Lucy geklebt hatte, nun endgültig das Zeitliche gesegnet hatte, wurde es Zeit für einen neuen und diesmal auch besseren Sattel. Das ist alles, was von dem Billigteil übriggeblieben ist:

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass vor allem die Stimmstabilität der Gitarre sehr unter der maroden Frickellösung gelitten hatte. Deshalb sollte jetzt endlich ein vernünftiger Sattel her: ein Knochensattel für knappe 5 €, leider im Musikgeschäft vor Ort nur als unbearbeiteter "Rohling" zu bekommen:

Kein Problem, dachte ich mir, kaufte mir noch ein Feilenset für knappe 12 € und Sekundenkleber für 1 €, legte mir mein Werkzeug zurecht und machte mich ans Werk.

Zuerst habe ich den alten Sattel entfernt:

Und dann die Einkerbung vergrößert, damit der neue Sattel besser passt:

Allerdings musste auch der neue Sattel entsprechend passend gefeilt werden, denn er war viel zu breit. Dafür habe ich zwar ein Akku-Schleifgerät verwendet, das man auch auf dem nächsten Foto sehen kann, aber es war trotzdem ziemlich zeitaufwändig. Nachdem die Breite passte, musste als Nächstes die Länge des Sattels angepasst werden:

Da ich zu dem Zeitpunkt leider noch kein Dremelset hatte (das habe ich erst ein paar Tage später zufällig im Supermarkt entdeckt und für knapp 30 € gekauft), musste ich die Handsäge bemühen, was entsprechend lange gedauert hat:

Nun musste noch die Höhe des Sattels angepasst werden, denn der Klotz war immer noch viel zu hoch, obwohl ich die Einkerbung im Griffbrett schon so tief wie möglich zurechtgefeilt hatte. Auch das wurde ziemlich zeitaufwändig mit dem Akku-Schleifer erledigt.

Zum Schluss habe ich die Ecken des Sattels und die hintere Kante abgerundet und die Einkerbungen für die Saiten gefeilt. Das alles allerdings mehr oder weniger nach Augenmaß, was leider keine absolut gleichmäßigen Saitenabstände zur Folge hatte, aber die Bespielbarkeit und der Klang leiden nicht darunter:

Das Endergebnis ist zwar leider auch etwas frickelig geworden (schließlich bin ich kein Gitarrenbauer und mir fehlt sowohl die Erfahrung als auch das Spezialwerkzeug), aber im Vergleich zu vorher um Welten besser. Die Stimmstabilität ist nun wieder auf hohem Niveau, und ich meine auch, das Sustain hätte sich verbessert - das kann allerdings auch nur Einbildung sein.

Die größte Herausforderung für mich war das Einkerben; die Kerben dürfen natürlich nicht zu tief sein, da die Saiten sonst im ersten Bund schnarren, aber wenn sie nicht tief genug sind, dann passt die Stimmung im ersten Bund nicht (die Saiten klingen dann zu hoch). Also immer wieder feilen, ausprobieren, noch mehr feilen, wieder ausprobieren, stimmt immer noch nicht, also nochmal, usw. Und das bei jeder Saite.

Nachdem das dann passte, mussten auch einige Bundstäbchen nachgefeilt werden, denn ich hatte vor dem Einsetzen des neuen Sattels die Halskrümmung korrigiert, weil der Hals ein bisschen zu konkav war. Vor allem die hohe E-Saite schnarrte in verschiedenen Bünden, obwohl die Saitenlage nicht allzu niedrig eingestellt ist und auch die Sattelkerben nicht zu tief sind (kein Schnarren beim Anschlagen der offenen Saiten).

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, auch wenn es keine Meisterleistung war; die Bespielbarkeit ist gut, die Stimmstabilität ebenfalls und optisch finde ich den Knochensattel auch ansprechender als den alten, vergammelten Plastiksattel. Sieht zwar ein bisschen rustikal aus, passt aber so zum Gesamtbild der Gitarre. ;-)

Donnerstag, 11. Februar 2021

Eine neue Mütze

Nach zehn Jahren hat mein alter Jethelm von HJC jetzt ausgedient. Aber weniger aufgrund seines Alters (denn er sitzt immer noch gut und hat keine großartigen Macken), sondern vielmehr weil ein Jethelm dann doch nicht so richtig zu einem Motorrad passt, das als Supersportler kategorisiert ist.

Nach einigen Recherchen habe ich mich wieder für eine Mütze von HJC entschieden, genauer gesagt für das Model F70 MAGO:



Der nicht gerade leichte Integralhelm verfügt u.a. über eine GFK-Schale, ein integriertes Sonnenvisier und ein Pinlock-Visier. Außerdem ist er bereits für die Aufnahme eines Bluetooth-Kommunikationssystems vorbereitet. Die Farbe passt ganz gut zu meiner Baby-Ninja mit KRT-Lackierung, und für 250 € fand ich ihn auch nicht zu teuer.

Das Gewicht für Größe M ist vom Hersteller mit 1450 Gramm angegeben, auf der Küchenwaage habe ich aber deutlich über 1500 Gramm gemessen. Mein alter HJC Jethelm (Größe S) bringt im Vergleich dazu etwa 200 Gramm weniger auf die Waage, aber ich spüre das Mehrgewicht des Integralhelms zum Glück kaum.

Sonntag, 24. Januar 2021

Masca-Schlucht mit Nebenwirkungen

Ein Ausritt durch die atemberaubende Masca-Schlucht ist - vor allem bei schönem Wetter - immer ein Erlebnis. Hier ein paar Fotos zum Beweis:


Auf dem ersten Foto sieht man am Horizont die Nachbarinsel La Gomera.


Und hier kann man am Horizont, etwas weiter weg, die Insel La Palma erkennen.


Die kleine Ninja ist wie gemacht für diese kurvigen Landstraßen! :-)

Leider kann bei so einem Ausflug manchmal auch etwas Unschönes passieren. Die Straße durch die Schlucht ist sehr eng und normalerweise relativ stark befahren. Kurz vor der Ausfahrt aus der Schlucht, etwa einen Kilometer vor dem Ort Santiago del Teide, war ich für einen kurzen Moment unaufmerksam und bin in einer Rechtskurve zu weit im Kurveninneren gefahren. Dabei bin ich mit meinem schönen neuen Endtopf gegen ein paar hervorstehende Steine einer niedrigen Mauer am Straßenrand gestoßen. Das Ergebnis sieht man hier:


Gott sei Dank ist sonst nichts passiert, und die Funktionalität des Endtopfs hat dadurch auch nicht gelitten. Soll heißen, er ist nicht undicht und klingt noch genauso wie vorher. Das spricht meiner Meinung nach für die Qualität, die Arrow hier abgeliefert hat, denn wie man sehen kann, war das schon ein ziemlich heftiger Stoß.

Das zeigt mir mal wieder, dass man nie vor solchen Dingen gefeit ist - egal wie lange man schon Motorrad fährt. Also Leute, passt gut auf wenn ihr mit eurem Moped unterwegs seid! Auch wenn es nur ein Materialschaden an der eigenen Maschine ist (in diesem Fall zum Glück auch nur ein optischer), ärgerlich bleibt es dennoch.

Montag, 23. November 2020

Neuer Endtopf von Arrow

Nachdem ich als erste "Umbaumaßnahme" den Sitz gegen das 3 cm höhere Pendant von Kawasaki getauscht hatte (knapp 190 €, aber mein Hintern verlangte nach einer besseren Polsterung), musste als Nächstes der Endtopf weichen. Der Original-Endtopf hatte mir von Anfang an optisch überhaupt nicht zugesagt, und der Sound war auch sehr bescheiden. Nach langer Suche und reiflicher Überlegung habe ich mich für den Race-Tech von Arrow entschieden, und zwar aus folgenden Gründen: 

- Arrow ist eine bekannte, qualitativ hochwertige Marke und stattet offiziell auch Triumph-Motorräder aus.
- Die Ninja 400 der 2018er Supersport-300-Weltmeisterin Ana Carrasco ist ebenfalls mit einer Arrow-Auspuffanlage ausgestattet.
- Der Endtopf ist nicht zu klein dimensioniert (was eine Leistungseinbuße verhindert), leichter, optisch ansprechend und mit 376 € auch nicht zu teuer.

Hier ein Foto mit dem originalen Endtopf (und dem alten Sitz):

Und so sieht die Ninja jetzt aus:

Der neue Endtopf wiegt gefühlt nur halb so viel wie der originale, und der Sound hat sich trotz eingebautem DB-Killer (schließlich will man ja nicht illegal unterwegs sein) deutlich verbessert. Hier zum Vergleich der Original-Endtopf:


Und der neue von Arrow:


Der Arrow-Endtopf verleiht der kleinen Ninja sowohl optisch als auch akustisch eine noch sportlichere Note, was natürlich auch den Spaßfaktor nochmal steigert. :-)

Dienstag, 20. Oktober 2020

Ein neues Leben beginnt mit einem neuen Motorrad!

Schweren Herzens musste ich meine kleine Amerikanerin im Mai 2020 verkaufen, da doch im August der Umzug nach Teneriffa geplant war und ein Import meines Custom-Bikes entweder sehr teuer oder schlichtweg unmöglich gewesen wäre.

Wer es noch nicht weiß, ein gebrauchtes Fahrzeug aus einem anderen Land in Spanien anzumelden ist ein großes Abenteuer mit ungewissem Ausgang - das gilt erst recht für Fahrzeuge, die in irgendeiner Form umgebaut wurden.

Da ich also mit mehreren Tausend Euro Kosten für den Transport und die anschließende Ummeldung rechnen musste (bei ungewissem Ausgang derselbigen), erschien es mir sinnvoller, die Harley zu verkaufen und mir vor Ort ein neues Motorrad zuzulegen. Die Wahl fiel dabei auf die Kawasaki Ninja 400 mit KRT-Lackierung, die ich von dem Verkaufserlös erwerben konnte und nun stolz vor traumhafter Kulisse präsentieren darf:



399 cm³ Hubraum, 45 PS und 38 Nm Drehmoment klingen jetzt nicht nach besonders viel, aber bei einem Gewicht von nur 168 kg (fahrbereit) sind trotzdem eine Beschleunigung von 0 - 100 km/h in nur 4,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h drin, sofern der Fahrer kein Schwergewicht ist. Nicht schlecht für ein Motorrad, das man auch mit dem A2-Schein fahren darf, und mehr als genug für die Insel, auf der sowieso nur max. 120 km/h erlaubt sind.

Die kleine Amerikanerin hatte bei einem Hubraum von 883 cm³, 50 PS und 65 Nm Drehmoment erheblich schlechtere Werte vorzuweisen. Fairerweise muss man aber auch dazusagen, dass sie mit ca. 250 kg (fahrbereit) auch nicht gerade ein Leichtgewicht war und es bei einem solchen Motorrad nicht in erster Linie um sportliche Bestwerte geht - obwohl die Modellbezeichnung "XLH 883 Sportster Custom" anderes vermuten lässt. ;-)

Wenn ich schon mit der kleinen Amerikanerin oft eher "sportlich" unterwegs war, so ist das jetzt mit der Baby-Ninja erst recht so. Sie verleitet einen geradezu dazu, die Kurven der traumhaften Straßen Teneriffas sportlich zu nehmen. Die sehr gut abgestimmte Kombination aus Motor, Fahrwerk und Bremsen macht's möglich. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich auf der Sporty viel bequemer gesessen habe, was man vor allem nach mehrstündiger Fahrt deutlich merkt - obwohl auch sie natürlich kein Tourenbike war.

Alles in allem bin ich zufrieden mit meiner Wahl und genieße das tolle Klima und die herrlich kurvenreichen Straßen Teneriffas!

PS: War die kleine Amerikanerin mit ihrem Spritverbrauch von 4,5 - 5 l auf 100 km trotz ihrer fast 900 cm³ schon recht sparsam, so genehmigt die Baby-Ninja sich nochmal einen ganzen Liter weniger; beide Motorräder wurden bzw. werden dabei i.d.R. zügig bewegt, aber natürlich nicht ständig am Drehzahllimit. Eine drei vor dem Komma hatte ich zuletzt bei meiner 125er XL oder 250er Virago!

Sonntag, 16. Juli 2017

Gitarrenworkshop - Level 3

Nach dem Korpus ging es in der dritten Runde dem Gitarrenhals an den Kragen. Die Hauptmotivation war, das neue Griffbrett optisch besser in den Hals zu integrieren. Allzu deutlich konnte man nämlich sehen, dass es nachträglich aufgeleimt worden war. Außerdem dachte ich mir, dass der Hals in der gleichen "Holzoptik" wie der Korpus sicher besser zur Gitarre passen würde.

Hier ist der Hals in seiner alten Form:


Den "Haken" im Ibanez-Logo habe ich ziemlich unkonventionell erst mit einem Lötkolben und anschließend mit einem Küchen-Schälmesser "eingraviert", denn er sollte als einziges Bestandteil des Logos erhalten bleiben.

Im nächsten Arbeitsschritt wurde der Hals innerhalb von anderthalb Stunden zuerst mit der Bohrmaschine und dann mit 800er Schleifpapier komplett abgeschliffen; dabei habe ich versucht, die Übergänge zwischen Griffbrett und Hals zu "begradigen":


Anschließend habe ich den Hals mit Holzbeize (Farbton "Nussbaum") dunkler gemacht und nach einer Trocknungszeit von sechs Stunden durch Aufsprühen mehrerer Schichten Klarlack "seidenmatt" versiegelt. Hier ist das Endergebnis:


Natürlich war ich sehr gespannt, wie der neue Hals zum Korpus passt, und habe ihn deshalb sofort angeschraubt:


Ich finde, das Ergebnis kann sich doch sehen lassen, oder? Das Griffbrett ist jetzt auch viel besser mit dem Hals "verschmolzen", was man auf den obigen Fotos leider nicht so gut erkennen kann. Deshalb hier noch eine Nahaufnahme von der Kopfplatte und dem Halsübergang; an dieser Stelle war der Spalt zwischen Hals und Griffbrett besonders groß. Jetzt ist davon nichts mehr zu sehen:


Sonntag, 25. Juni 2017

Gitarrenworkshop - Level 2

Nachdem ich den Gitarrenhals meiner Lucy erfolgreich mit dem neuen Griffbrett versehen hatte, ging es als Nächstes dem Gitarrenkorpus an den Kragen. Ich fand, das neue Griffbrett kam mit dem alten, roten Korpus nicht so gut zur Geltung, wie es ihm eigentlich zustand, und der Lack war nach so vielen Jahren an mehreren Stellen abgeplatzt und wies etliche Kratzer sowie einen tiefen Riss auf. Außerdem hatte ich bei YouTube ein Video gesehen, wo jemand den Korpus seiner schwarzen RT150 in einen schönen Naturholz-Korpus verwandelt und damit der Gitarre einen tollen neuen Look verpasst hatte. Das wollte ich auch versuchen!

Also wurde zunächst die Gitarre komplett auseinander genommen und der Korpus von sämtlichem Innenleben befreit:


Anschließend habe ich mit einer Heißluftpistole und einem Spachtel den alten Lack entfernt. Diese Arbeit hat zwei bis drei Stunden gedauert:


Wie man sieht, ging das nicht spurlos an dem Korpus vorbei, aber das war nicht so schlimm, weil ich sowieso vorhatte, der Gitarre einen "Used-Look" zu verpassen. Immerhin ist das Schätzchen schon 25 Jahre alt, und das soll man ihm auch ruhig weiterhin ansehen. ;-)

Problematisch war vor allem das Kunststoff-Binding, das rund um den Korpus verlief und an einigen Stellen dank der Heißluftpistole übelriechend verkokelte. Also musste es komplett runter, was ich aber eh so geplant hatte. Das Schleifen mithilfe der Bohrmaschine und danach mit 100er, 120er, 180er und 400er Schleifpapierbögen hat etwa drei Stunden gedauert:


Sieht doch schon gar nicht mehr so schlimm aus, oder? ;-) Als Nächstes wurde das Holz dann mit Holzbeize (Farbton "Nussbaum") dunkler gemacht. Nach drei Anstrichen hatte ich innerhalb einer Stunde den gewünschten Farbton erreicht, und nach einer Trocknungszeit von ca. sechs Stunden und dem anschließenden Aufsprühen von mehreren Schichten Klarlack "seidenmatt" (Arbeitsaufwand ca. zwei Stunden) war der Korpus dann endlich fertig:


Sieht immer noch ziemlich mitgenommen aus, findet ihr? Schaut euch mal das Endergebnis an:


Ich finde, es ist eine schöne und vor allem einzigartige Gitarre geworden. Das Ergebnis ist nah an dem, was ich erwartet hatte. Zum Schluss noch ein Vergleich zwischen der alten und der neuen Lucy:


P.S.: Ein bisschen habe ich mich auch an der Ibanez JEM "Woody" orientiert, hier hat mir die Kombination von dem Griffbrett mit dem dunklen Korpus in Holzoptik sehr gut gefallen. Hier noch ein Foto zum Vergleich; leider ist die Aufnahmequalität meiner Handykamera nicht so gut wie das professionelle Foto von der JEM, aber mit Photoshop konnte ich es ein bisschen "aufpimpen":